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Steuer

Die künftigen Rentner müssen mit hohen Abzügen für die Sozialversicherung rechnen, denn auch bei der Rente ist brutto nicht gleich netto. Zu den Abzügen für Pflege- u. Krankenversicherung kommen auch immer häufiger hohe Steuern. Wie hoch die Abzüge im Einzelnen sind, hängt jedoch von der Art der Rente ab.

Bei der gesetzlichen Altersrente fallen immer Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an.

Während die Krankenversicherung jeweils zur Hälfte vom Rentenversicherungsträger und zur Hälfte vom Rentner zu zahlen ist, muss der Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent bei der Krankenversicherung und der ab Juli auf 1,95% steigende Beitrag zur Pflegeversicherung alleine vom Rentner gezahlt werden.

Durchschnittlich kommt man so auf einen Abzug von rund 10% für die Sozialversicherungen. Bei einem Rentner, der außer der gesetzlichen Rente keine weiteren Einkünfte bezieht, verringert sich die Bruttorente von 1000 Euro so auf 900 Euro netto.

Wer noch zusätzliche Einkünfte bezieht, der muss diese schon heute versteuern. Die gesetzliche Altersrente ist auch steuerpflichtig, aber nur dann wenn sie über einem Grundfreibetrag, der aktuell 7664 Euro plus Sonderausgabenpauschale und Werbungskosten beträgt, liegt. Versteuert werden muss jedoch nur ein Teil der Rente, die Grenze für diejenigen, die im letzten Jahr in Rente gegangen sind, liegt bei 54%. Dies entspricht bei einer Rente von 12.000 Euro einem Steuerfreibetrag von 5520 Euro, der dann dauerhaft auf der Steuerkarte eingetragen wird. In den nächsten Jahren wird sich der steuerpflichtige Anteil stetig erhöhen, bis 2040 die volle Rente zu versteuern ist.

Wie das Bundesverfassungsgericht kürzlich bestätigt hat, muss für Betriebsrenten der volle Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt werden. Dies gilt nicht für Mini-Betriebsrenten unter einem Betrag von 124,25 Euro. Betriebsrenten sind anders als gesetzliche Altersrenten voll zu besteuern. Nur wenn die Beiträge aus einem bereits versteuerten Netto-Einkommen gezahlt wurden, bezieht sich die Besteuerung nur auf den so genannten Ertragsanteil, also die Zinsen. Für Rentenempfänger ab 65 bedeutet das eine Besteuerung auf 18% ihrer Betriebsrente.

Riester-Renten unterliegen immer der vollen Steuerpflicht, allerdings müssen hier keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. Ausnahme: Wer statt in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert in einer gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse freiwillig versichert ist, muss diese Beiträge zahlen. Die Höhe der Beiträge ist abhängig von der Höhe aller Einkünfte und richtet sich nach der “wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit";.

Wie viel von meiner Rente muss ich versteuern?

Dies ist davon abhängig in welchem Jahr Sie in Rente gehen.
Denn seit dem Jahr 2005 ist die stufenweise Besteuerung der gesetzlichen Altersrente in Kraft getreten. Begonnen wurde damals mit einem steuerpflichtigen Anteil von 50%. Jedes kommende Jahr wird nun der steuerpflichtige Anteil um 2% angehoben. Im Jahr 2006 galten also schon 52 %.
Diese stufenweise Erhöhung um jährlich 2% läuft bis zum Jahre 2020. Ab dann wird jedes Jahr nur noch um 1% erhöht.
Dies wird solange gemacht bis die 100 Prozent erreicht sind. Dies wird im Jahre 2040 der Fall sein. Ab dann (2040) muss jeder der in Ruhestand geht seine Rente voll mit seinem persönliche Einkommenssteuersatz versteuern.

Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick:

Jahr des Rentenbeginns Besteuerungsanteil in %
   
Bis 2005 50
2006 52
2007 54
2008 56
2009 58
2010 60
2011 62
2012 64
2013 66
2014 68
2015 70
2016 72
2017 74
2018 76
2029 78
2020 80
2021 81
2022 82
2023 83
2024 84
2025 85
2026 86
2027 87
2028 88
2029 89
2030 90
2031 91
2032 92
2033 93
2034 94
2035 95
2036 96
2037 97
2038 98
2039 99
ab 2040 100

Dies heißt aber nicht, das jemand der im Jahre 2005 in Rente ging (und damals 50% seiner Rente versteuern musste) im Jahr 2006 dann 52%, im Jahr 2007 54% usw. versteuern musste. Denn die Prozentwerte des Besteuerungsanteils dienen nur dazu, EINMALIG den Betrag von der Rente festzulegen der Steuerfrei ist (der sogenannte Rentenfreibetrag).

Ist der Rentenfreibetrag einmal errechnet, dann gilt dieser für die gesamte Zeit in der man Rente erhält. Sobald dieser Freibetrag also berechnet wurde, gilt dieser fest und ändert sich für die gesamte Rente nicht mehr.

Dies bedeutet im Klartext: Egal wie sich Ihre Rente in Zukunft entwickelt (z.B. erhöht oder erniedrigt), der Rentenfreibetrag muss nicht versteuert werden. Lediglich den Teil Ihrer Jahresrente, der den Rentenfreibetrag (dieser gilt auch immer pro Jahr) übersteigt, müssen Sie versteuern.

Der Renten-Frei-Betrag wird also nur einmal, meist im 2. Jahr in dem man Rente bezieht, ermittelt und gilt dann sozusagen auf Lebenszeit. Als Prozentsatz, der für die Berechnung genutzt wird, dient allerdings immer derjenige, der im Jahr des Rentenbeginns (also im 1. Rentenbezugsjahr) gültig war. Der Renten-Freibetrag gibt für die gesamte Zeit in der Sie Rente erhalten den steuerfreien Betrag Ihrer Altersrente pro Jahr an. Haben Sie z.B. einen Rentenfreibetrag von 12500 Euro, dann sind pro Jahr 12500 Euro Ihrer Rente steuerfrei.

BAV Steuern bei Unterstützungskassen

Betriebliche Altersvorsorge (BAV) mittels Direktzusage oder Unterstützungskasse

Arbeitgeber haben im Zuge der BAV die Möglichkeit, die Betriebsrente entweder über eine Direktzusage selbst zu organisieren oder sich einer Unterstützungskasse zu bedienen. Diese Form der Altersvorsorge wird in der Regel allein durch den Arbeitgeber finanziert. Hierbei verpflichtet sich der Arbeitgeber durch Betriebs- oder Individualvereinbarungen, seinen Beschäftigten im Ruhestand Leistungen in einer bestimmten Höhe zu zahlen. Der Arbeitgeber kann also zur Finanzierung beitragen, indem er - zusätzlich zum Lohn - für den Arbeitnehmer Beiträge in eine betriebliche Altersversorgung einzahlt. Der Arbeitnehmer kann zur Finanzierung beitragen, indem er Teile seines künftigen Entgelts umwandelt und in das angebotene Altersvorsorgemodell einzahlt (sog. Entgeltumwandlung). Bietet der Arbeitgeber keine betriebliche Altersversorgung an bzw. können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht einigen, muss eine Direktversicherung angeboten werden.

Bei einer Direktzusage oder einer Unterstützungskasse ist der Versorgungsaufwand für den Arbeitnehmer ohne Obergrenzen steuer- und beitragsfrei. Für den vom Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung finanzierten Versorgungsaufwand ist die Beitragsfreiheit begrenzt und wird ab 2009 abgeschafft. Hierunter fallen bspw. alle Beiträge, die durch Gehaltsumwandlung aus einer Sonderzahlung wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld gezahlt werden. Der vom Arbeitgeber übernommene Versorgungsaufwand bleibt weiterhin beitragsfrei. Die Beiträge sind lohn- und einkommenssteuerfrei. Erst wenn sie 4 % der Beitragsbemessungsgrenze übersteigen, werden Sozialversicherungsabgaben fällig. Diese Regelung gilt allerdings nur noch bis 2008. Die Leistungen werden unter Beachtung des Versorgungsfreibetrages (40 % der Leistung, maximal 3.072 EUR) voll besteuert (nachgelagerte Besteuerung).


Die Versorgungsleistungen sind in vollem Umfang steuerpflichtig (nachgelagerte Besteuerung). Die Steuerlast kann durch einen Versorgungsfreibetrag und einen Werbungskostenpauschbetrag erheblich gesenkt werden. Aus den Versorgungsleistungen müssen Sozialversicherungsbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner gezahlt werden. Bei der Direktzusage ist eine Riester-Förderung nicht möglich.

Vermögenswirksame Leistungen kann ein Arbeitnehmer ebenso wie Teile aus seinem laufenden Gehalt in sog. Anwartschaften auf eine Betriebsrente umwandeln. Gleiches gilt für Sonderzahlungen oder Gehaltserhöhungen. Bis 2009 sind diese Beiträge noch von Sozialabgaben befreit, ab 2009 unterliegen sie der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. In der Rentenphase werden dann erneut Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge in voller Höhe fällig.


Betriebliche Altersvorsorge mittels Pensionskasse

Eine Pensionskasse ist ein kleines selbständiges Lebensversicherungsunternehmen, das im Auftrag eines Arbeitgebers betriebliche Altersversorgung durchführt. Eine Finanzierung der betrieblichen Versorgungsleistungen im Rahmen einer Pensionskasse ist sowohl durch den Arbeitgeber als auch durch Beiträge des Arbeitnehmers möglich.

Der Arbeitgeber führt die Versorgungsbeiträge an die Pensionskasse ab. Der Mitarbeiter erhält einen direkten Anspruch gegenüber der Pensionskasse, von der er die Leistungen im Versorgungsfall auch unmittelbar bezieht. Eine Pensionskasse ist eine Versorgungseinrichtung, die den Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf die verabredete Leistung gewährt und nicht der Insolvenzsicherung durch den Pensionssicherungsverein (PSV) unterliegt. Sie ist ein variabel einsetzbares Instrument zur Gestaltung einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung

Die Pensionskasse verfügt über ein klassisches Tarifspektrum mit garantierter Mindestverzinsung. Darin enthalten ist ein Altersrententarif mit der Option, eine Hinterbliebenenvorsorge einzuschließen. Hinzu kommt eine Basisversorgung im Invaliditätsfall. Im Rentenalter erhalten Kunden eine lebenslange garantierte Altersrente, die sich um eine attraktive Überschussbeteiligung erhöhen kann. Auch eine einmalige Kapitalabfindung ist möglich.

Bei Auszahlung der Beiträge besteht ein Wahlrecht zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung und einer lebenslangen Altersrente. Eine solche Entscheidung kann allerdings frühestens mit 60 Jahren getroffen werden. Auch eine Koppelung mit einer Hinterbliebenenversorgung in Form eines Sterbegeldes sowie einer Rentengarantiezeit ist möglich. Kombiniert werden können auch eine Risikoabsicherung gegen Berufsunfähigkeit mit Beitragsfreistellung oder eine Berufsunfähigkeitsrente. Vorrangiges Ziel ist eine leistungsfähige Versorgung im Alter. Eine Finanzierung der betrieblichen Versorgungsleistungen im Rahmen einer Pensionskasse ist sowohl durch den Arbeitgeber als auch durch Beiträge des Arbeitnehmers möglich. Der Arbeitgeber führt die Versorgungsbeiträge an die Pensionskasse ab. Der Mitarbeiter erhält einen direkten Anspruch gegenüber der Pensionskasse, von der er die Leistungen im Versorgungsfall auch unmittelbar bezieht.

Kapitalabfindungen

Kapitalabfindungen sind, außer bei Direktzusagen und Unterstützungskassen, nur noch als Einmalleistungen möglich. Da die gesamte Summe auf einmal ausgezahlt wird, führt dies durch die Steuerprogression zu einer höheren Belastung, was derartige Kapitalabfindungen vergleichsweise unattraktiv macht. Ähnliches gilt in abgeschwächter Form auch für Abfindungen im Rahmen von Auszahlungsplänen, die bis zu einer Höhe von 30 % des Kapitals möglich sind.